 |
|
 |
Das
optimale Haus für sich und seine Familie zu finden, gehört
zu den ersten und auch den schwierigsten Aufgaben des Bauherren. Da
sollte die ganze Familie und gegebenenfalls auch der Architekt einbezogen
werden. Es geht um die Grundvoraussetzungen, die das Haus mitbringen
sollte und von denen Sie nicht abrücken sollten. Solche Fragen
- den finanziellen Rahmen immer im Blick - können sein:
 |
Wie groß
ist die Familie bzw. soll sie noch werden - also: Wie viel Wohnfläche
benötigen wir langfristig? |
 |
Sollen
die Kinder große Zimmer haben, oder ist ein repräsentativer
Wohnbereich wichtiger? |
 |
Klassische
Raumaufteilung in Küche, Ess- und Wohnzimmer oder moderne
Wohnkonzepte wie integrierte Wohnküche? |
 |
Wie wichtig
sind Balkon, Terrasse, Wintergarten? |
|
| |
|
 |
Muss oder
will ich einen Heimarbeitsplatz im Haus unterbringen? |
 |
Wie viel
Platz benötige ich für Nebenräume wie Hobbyraum,
Gästezimmer, Hauswirtschaftsraum, Unterbringung der Heizungsanlage? |
 |
Wie viel
Stauraum benötigt man, z.B. Dachboden, Keller? |
 |
Soll das
Haus eine Ausbaureserve haben, z.B. für weitere Kinderzimmer
oder eine separate Wohnung? |
 |
Ist das
Haus auch als Alterssitz gedacht - soll es also gleich barrierefrei
geplant und gebaut werden? |
 |
Will man
langfristig Energiekosten sparen und beim Bau in innovative
Wärmeschutzmaßnahmen investieren? |
|
| |
|
 |
 |
Natürlich
bestimmt in erster Linie der Geldbeutel, welche Art von Haus man sich
leisten kann.
 |
Das Einzelhaus eröffnet, unter Beachtung der Bauvorschriften,
viele individuelle Gestaltungsmöglichkeiten wie Geschosszahl,
Dachform, Anordnung der Räume, Einbau einer Garage usw.
und ermöglicht ein Maximum an Privatsphäre. Das Grundstück
sollte mindestens ca. 400 Quadratmeter groß sein, um die
erforderlichen Grenzabstände einhalten zu können.
Bei Häusern, die schlüsselfertig von Bauunternehmen
angeboten werden, ist darauf zu achten, ob der Preis Keller
bzw. Fundament umfasst oder nur für die Aufbauten ab Oberkante
Kellerdecke gilt. |
 |
Das
Doppelhaus. Doppelhaushälften sind auch auf schmaleren
Grundstücken möglich. Die Baukosten reduzieren sich,
da das Haus nur drei Außenwände hat und die Erschließungskosten
mit dem Doppelhauspartner geteilt werden. Allerdings muss die
Gesamterscheinung des Doppelhauses weitgehend einheitlich sein,
was die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten schmälert. |
 |
Das
Reihenhaus ist die preisgünstigste Form des Eigenheims.
Es benötigt am wenigsten Grundfläche und verursacht
die geringsten Baukosten, da es nur zwei Außenwände
hat (bei Reihenendhäusern drei, daher teurer). Außerdem
werden die Erschließungskosten unter den Reihenhausbesitzern
geteilt. Raumaufteilung und -ausstattung sind meist standardisiert.
Reihenhäuser (und Doppelhäuser) werden von Wohnungsbauunternehmen
oft zum Festpreis angeboten. Entscheidend ist dann, welche Leistungen,
z.B. beim Innenausbau, im Preis enthalten sind. |
|
| |
|

Geschosszahl,
Dachform, Anordnung der
Räume: Jedes Haus bietet andere
Möglichkeiten. |
| |
|
 |
 |
| Die
Planung der Wohnräume bietet Ihnen einen ersten Anhaltspunkt,
welche Kostengrößenordnung auf Sie zukommen wird. Ein Quadratmeter
Wohnfläche kann zur groben Abschätzung mit ca. 1.200 Euro
angesetzt werden. Die folgenden Mindestwohnflächen sind Durchschnittsangaben.
|
| |
|
| Bei
offenen Grundrissen, in denen einzelne Räume ineinander übergehen,
kommt man mit etwas weniger Quadratmetern aus. |
| |
|
 |
 |
| Grundsätzlich
ist zu prüfen, ob das gewünschte Haus mit den Vorschriften
des Bebauungsplans vereinbar ist bzw. daran angepasst werden kann.
Der Bebauungsplan ist beim zuständigen Bauamt erhältlich
und legt mitunter entscheidende Dinge fest: z.B. die Anzahl der Geschosse,
die Dachform und -neigung, die Grenzen, innerhalb derer das Grundstück
bebaut werden darf, ob nur Einzel- oder auch Doppelhäuser zulässig
sind usw. Als nächster Schritt sollte geprüft werden, inwieweit
die Baugrenzen auf dem Grundstück eine sinnvolle und angenehme
Anordnung der Wohnräume zulassen. Nach Süden, zur Sonnenseite
hin, sollten alle Räume ausgerichtet sein, in denen man sich
häufig aufhält - also Wohnzimmer und auch Kinderzimmer. |
| |
|
|
Diese Räume dürfen hell und sonnig sein. Starke Besonnung
durch große Fensterflächen reduziert außerdem die
Heizkosten. Der Schlafbereich wird gern nach Norden oder Osten ausgerichtet,
damit er von der Morgensonne gestreift wird, tagsüber im Schatten
liegt und abends angenehm kühl ist. Auch die Wetterseite spielt
eine Rolle - also aus welcher Richtung kommen üblicherweise Wind
und Regen? Die Wetterseite ist für den Eingangsbereich des Hauses
weniger geeignet, da beim Öffnen der Haustür viel kalte
Luft und unter Umständen auch Regen ins Haus gelangt. |
| |
|
 |
 |
| Mit
einer geschickten Ausrichtung der Wohnräume in die entsprechende
Himmelsrichtung kann man schon einiges für ein gutes Wohnklima
tun. Außerdem spielen natürlich die verwendeten Baumaterialien
eine entscheidende Rolle. Die Wände sollen nicht nur eine gute
Tragfähigkeit besitzen, sondern auch eine gute Wärmedämmung
und Schallschutz bieten. Wände aus Beton, Poren- oder Leichtbeton
bieten hier ideale Voraussetzungen (s. Kapitel "Rohbau").
Darüber hinaus kann man mit zusätzlichen Dämm-Maßnahmen,
z.B. mit Hartschaum-Platten, Mineralwolle und einer wetterfesten Außenhaut
für Vollwärmeschutz sorgen. |
| |
|
| Seit
dem 1.2.2002 müssen alle Neubauten die Bedingungen der Energieeinsparverordnung
(ersetzt die Wärmeschutzverordnung von 1994) erfüllen, müssen
also so genannte Niedrigenergiehäuser sein. Dass die Verordnung
eingehalten wird, müssen Sie als Bauherr im Bauantrag nachweisen.
Die entsprechenden Berechnungen liefern der Architekt, der Tragwerksplaner
oder das beauftragte Bauunternehmen. Wichtige Hinweise gibt Ihnen auch der Energieberater des Baustoff-Fachhandels. |
| |
|
 |
 |
Fast
in jedem Eigenheim stecken Eigenleistungen. Sie werden auch "Muskelhypothek"
genannt, da sie deutlich Kosten sparen helfen. Man kann grob drei
Formen der Eigenleistung unterscheiden:
 |
Malen,
Tapezieren, Teppichböden selbst verkleben und Leisten anbringen
- damit lassen sich auch beim schlüsselfertigen Bauen Kosten
sparen. |
 |
Innenausbauarbeiten
wie Bodenbeläge verlegen, Fliesen, unter Umständen
auch Vorarbeiten für den Klempner, Heizungsbauer und Elektriker.
Das kommt für Bauherren mit entsprechender Heimwerkererfahrung
in Frage. Die Ersparnis kann beträchtlich sein, da der
Innenausbau und die Haustechnik rund die Hälfte der reinen
Baukosten ausmachen. |
 |
Beim gesamten
Hausbau inklusive Rohbau mit Hand anlegen. Solche Selbstbauhäuser,
auch mit fachlicher Unterstützung werden inzwischen häufig
angeboten. Diese Eigenleistungen können Sie aber nur fachgerecht
ausführen, wenn Sie schon entsprechende Erfahrungen auf
anderen Baustellen gesammelt haben und genügend Zeit mitbringen. |
Werden Sie sich schon in der Planungsphase darüber klar, was
für Sie realistisch ist. Man sollte die eigenen Fähigkeiten
nicht über- und den Zeitbedarf nicht unterschätzen. Bei
voller Berufstätigkeit kann man etwa 25 Stunden pro Woche für
die Baustelle einplanen. Beachten Sie auch, dass Sie Ihre geplanten
Eigenleistungen termingerecht erbringen müssen, damit die professionellen
Handwerker ohne Zeitverzögerung anschließen können.
Schließen sie auf jeden Fall eine Unfallversicherung ab; dies
sollten Sie auch für alle Helfer tun, die Ihnen mit Nachbarschaftshilfe
unter die Arme greifen. |
| |
|

Licht, wo Licht
gebraucht wird: Schon bei
der Planung die Ausrichtung der Räume
bedenken. |
| |
|
 |
 |
Keiner
baut sein Haus allein. Vom Bankfachmann über den Architekten
bis zum Handwerker benötigen Sie verlässliche Partner, denen
Sie Ihr Hausprojekt anvertrauen können. Beim selbst geplanten,
frei stehenden Einfamilienhaus steht am Anfang der Architekt, denn
ohne ihn können Sie nicht starten. Mit dem Architekten sollten
Sie sich so bald wie möglich zusammensetzen, wenn Sie ein Grundstück
haben und sich mit konkreten Bauabsichten tragen. Er plant, leitet
und beaufsichtigt das ganze Bauvorhaben. Auch Bauunternehmen, die
als Bauträger fertige Häuser anbieten, beschäftigen
Architekten, die diese Aufgaben erledigen. Insbesondere gehören
zu den Aufgaben des Architekten,
 |
die Grundlagen
zu ermitteln, d.h. die Wünsche und Vorstellungen des Bauherrn
und die Voraussetzungen zu prüfen, von denen er bei seinen
Planungen ausgeht, |
 |
eine Vorplanung
anzufertigen und die Baukosten überschlägig zu ermitteln, |
 |
Pläne
für den Bauantrag und eine Kostenberechnung zu erstellen, |
 |
alle für
die Baugenehmigung erforderlichen Vorlagen zu erarbeiten und
bei den Baubehörden einzureichen, |
|
| |
|
|
 |
 |
Der Baustofffachhandel liefert alle Materialien, die für den Rohbau und den Ausbau benötigt werden. Er ist darüber hinaus eine kompetente Anlaufstelle für Bauherrn mit Informationsbedarf. In einem guten Fachgeschäft berät man Sie nicht nur bei der Wahl der Baumaterialien, man beantwortet Ihnen auch Fragen zum Bauablauf und nennt Ihnen auf Wunsch leistungsfähige Handwerksbetriebe.
|
| |
|
Ein Preisvergleich bei verschiedenen Händlern lohnt sich immer. Abstriche bei der Qualität sollten Sie allerdings nicht machen, denn die rächen sich später. |
| |
|
 |
 |
Wer
schlüsselfertig bauen will, für den ist ein Bauträger
der richtige Partner. Hier übernimmt der jeweilige Geschäftspartner
sozusagen das gesamte Leistungspaket - er bietet Ihnen ein Grundstück
mit Neubau darauf an, in den sie dann nur noch einzuziehen brauchen.
Es gibt hier verschiedene Formen:
 |
Bauträger.
Bauträger sind meist größere Wohnungsbauunternehmen,
die in eigenem Namen Neubauprojekte durchführen und sie
zum Komplettpreis anbieten. Für den Bauherren ist die Bauträgerfirma
der einzige Vertragspartner; rechtliche Beziehungen mit anderen
am Bau beteiligten Firmen geht er nicht ein. Ist der Neubau
noch nicht fertiggestellt, bezahlt der Bauherr den Kaufpreis
in bestimmten, nach Baufortschritt festgelegten Raten. |
 |
Generalübernehmer. Meist eine Wohnungsbaugesellschaft, die vom Bauherren beauftragt wird, den gesamten Bauablauf mit den verschiedenen erforderlichen Handwerksbetrieben zu organisieren und dafür einen vorher ausgehandelten Festpreis erhält. |
|
| |
|
 |
Generalunternehmer. Ein Bauunternehmen, das im Auftrag des Kunden alle oder zumindest die wichtigsten Arbeiten in eigener Regie durchführt. |
Erkundigen sie
sich vor Abschluss eines Vertrages mit Bauträgern, Wohnungsbaugesellschaften
und Bauunternehmen immer über die Seriosität und Bonität
der Firma. Lassen Sie sich Referenzobjekte nennen, die Sie besichtigen
können, lassen Sie gegebenenfalls Verträge juristisch
überprüfen, und informieren Sie sich bei der Bauherrenberatung
von Verbraucherzentralen. |
| |
|
 |
 |
| Stimmen
die Rahmendaten? Passen das Grundstück und das geplante Haus
zusammen? Wie sieht der Bebauungsplan aus? Haben Sie den richtigen
Partner gefunden? Dann müssen die entsprechenden Behörden
informiert werden. Für ein Architektenhaus sollten Sie beim
Bauamt eine Bauvoranfrage stellen, wenn es für das Baugebiet
keinen Bebauungsplan gibt. Es genügt eine einfache Beschreibung
des Bauvorhabens, gegebenenfalls mit ersten Entwürfen. Die
Bauvoranfrage klärt, ob das Vorhaben genehmigungsfähig
ist und welche Auflagen gegebenenfalls zu beachten sind. Sie wird
vom Bauamt mit einem Bauvorbescheid beantwortet, der Ihnen schon
eine gewisse Sicherheit gibt, ob das Bauvorhaben in der beabsichtigten
Weise realisiert werden kann.
Für
einen Bauantrag hingegen, auch Baugesuch genannt, sind alle für
die Beurteilung des Bauvorhabens erforderlichen Unterlagen einzureichen,
also z.B. Baupläne, Grundrisse,
Gebäudeschnitte, Wohnflächen-, Statikberechnungen usw. Der Bauantrag wird vom Architekten oder Bauträger eingereicht. Wird er positiv beschieden, erteilt das Bauamt eine Baugenehmigung, gegebenenfalls mit Bedingungen oder Auflagen. |
| |
|
Sie stellt dann einen
Baufreigabeschein aus, der gut sichtbar an der Baustelle anzubringen
ist. Die Gebühr beträgt je nach Landesbauordnung 1 bis 1,5%
der Rohbausumme. In einzelnen Bundesländern werden im Rahmen
des Genehmigungsverfahrens die Nachbarn angehört, in den anderen
sollte der Bauherr dies rechtzeitig aus eigener Initiative tun, um
spätere Einsprüche der Nachbarn abzuwenden. Von besonderer
Bedeutung ist hierbei die Einhaltung der Grenzabstände zum Nachbargrundstück.
Nach der Fertigstellung des Hauses, müssen Sie noch eine Gebäudeeinmessung vornehmen lassen, mit der die genaue Lage des Hauses auf dem Grundstück für das Katasteramt erfasst wird. Diese Eintragungen dienen auch vielen Kreditgebern als Nachweis und Sicherheit. Die Einmessungen werden durch das Katasteramt oder durch Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure vorgenommen. Die Gebühren sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch. Sie richten sich nach den jeweiligen Tarifen und dem Herstellungswert des Hauses. Sie sollten in jedem Fall mit einigen hundert Euro rechnen. |
| |
|
 |
 |
 |
Bauteam.
Durch gute Abstimmung und effektive Organisation auf der Baustelle
können die Kosten um bis zu 30% reduziert werden. Beim
Architektenhaus bilden sie dazu ein "Bauteam" - das
heißt, setzen Sie sich vor Baubeginn mit dem Architekten,
dem Statiker und den Handwerkern zusammen und sprechen Sie alle
Bauabschnitte Schritt für Schritt durch, damit es zu keinen
zeitlichen Verzögerungen oder Überschneidungen kommt. |
 |
Selbstvergabe
von Bauleistungen. Prüfen Sie die Angebote der an der Ausführung
beteiligten Firmen daraufhin, ob Sie manche Materialien nicht
auch selbst direkt beim Hersteller einkaufen können, etwa
Dachziegel, Fliesen, Sanitärausstattung usw. Dadurch lassen
sich mitunter bis zu 10% des Preises sparen. |
|
| |
|
 |
Raumbuch.
Führen sie Buch über die Ausstattung der einzelnen
Zimmer. Wenn Sie möglichst gleiche Materialien wählen
- z.B. gleiche Fliesen für Küche und Bad oder gleiche
Bodenbeläge für eine größere Anzahl von
Wohnräumen - können Sie mit Sammeleinkäufen bei
den entsprechenden Anbietern die Preise drücken. |
 |
Architektenhonorar.
Vereinbaren Sie mit dem Architekten ein Honorar für Kosteneinsparungen.
Wenn die Baukosten niedriger ausfallen als veranschlagt, bekommt
er einen bestimmten Prozentsatz des eingesparten Geldes zusätzlich
zu seinem Festhonorar. Das motiviert ihn, für Sie das Günstigste
herauszuholen. |
|
| |
|
 |
         |
 |