Wer ein Haus baut, hat mit Geldsummen in einer Größenordnung zu tun, in der er sich zuvor meist kaum bewegt hat. Schon das schreckt viele potenzielle Häuslebauer ab – leider. Denn vernünftig finanziert, ist der Hausbau im Vergleich zur Miete eine langfristig deutlich vorteilhaftere Vermögensanlage. Das gilt immer – und erst recht dann, wenn das Baugeld so billig ist, wie zurzeit.
Dafür sprechen folgende Argumente:
In weiten Teilen des Landes steigen die Mieten über die Jahre hinweg kontinuierlich. Die monatliche Zins- und Tilgungsrate für den Hausbau bleibt hingegen, sofern man eine lange Zinsbindungsfrist gewählt hat, immer gleich.
 
  Nun kann man davon ausgehen, dass das Jahreseinkommen über die Zeit hinweg ansteigt. Das heißt: Die relative finanzielle Belastung durch den Hausbau nimmt immer mehr ab.
Die Miete ist unwiederbringlich an den Vermieter "verloren". Mit der Zins- und Tilgungsrate zahlt der Bauherr zumindest einen Teil der monatlichen Belastung, nämlich den Tilgungsanteil, in die eigene Tasche, denn er finanziert ja dadurch seinen eigenen Besitz.
Bei den Kosten für ein Eigenheim ist der Grundstückspreis ein großer Brocken: Durchschnittlich macht er ein Viertel der Gesamtkosten aus, in Ballungsgebieten und besonders attraktiven Wohngegenden auch bedeutend mehr.
Viele Bauherren zieht es deshalb aufs Land, denn hier sind die Quadratmeterpreise oft wesentlich niedriger als in städtischen Regionen. Doch bevor man sich für das Landleben entscheidet, sollte man genau nachrechnen. Gibt es keine ausreichenden Bahn- oder Busverbindungen, ist eventuell ein Zweitwagen fällig.
 

Der schlägt mit mehreren hundert Mark im Monat zu Buche. Das sind dauerhafte Ausgaben, die man bei der Beurteilung des Grundstückspreises bedenken sollte.
Viel Geld können Sie sparen, wenn Sie bereit sind, Abstriche bei der Grundstücksgröße zu machen. Für ein frei stehendes Einfamilienhaus benötigt man in der Regel mindestens 400 m2. Für ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte kommt man schon mit 200 bis 300 m2 aus. Den finanziellen Spielraum, den Sie so gewinnen, können Sie für die Gestaltung Ihres Hauses nutzen.

Wer ein Haus baut, tut dies in der Regel nur einmal im Leben. Aus Erfahrungen zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen - das geht nur in Ausnahmefällen. Alles will wohl bedacht sein.
Wichtigste Regel für angehende Bauherren ist: Nichts überstürzen! Lassen Sie sich weder durch einen angeblichen Tiefststand der Bauzinsen noch durch einen zuteilungsreifen Bausparvertrag oder durch ein Grundstück, das Ihnen angeboten wird, zum Hausbau drängen. Angebliche Schnäppchen und Kurzschluss-Entscheidungen wurden schon oft bereut, wenn nach genauerer Überlegung dann die Nachteile auftauchten, die man in der ersten Begeisterung einfach beiseite gewischt hatte.
 
Nehmen Sie sich also genug Zeit, um Angebote und Alternativen zu prüfen, Musterhäuser zu besichtigen und Kostenpläne durchzurechnen. Natürlich müssen Sie Kompromisse schließen und sich von manchen Wunschvorstellungen verabschieden. Aber bestimmte Grundvoraussetzungen sollten erfüllt sein. Erst wenn die Gesamtvorstellung stimmt und sie ein "gutes Gefühl" bei der ganzen Sache haben, sollten Sie das Projekt in Angriff nehmen.