Kann man die Kosten für den Keller nicht sparen? Man kann schon – aber man sollte es nicht! Ein Haus ohne Keller ist wie ein Auto ohne Kofferraum: Der Keller ist ideal für Vorrats- und Abstellflächen, für den Partyraum und die Werkstatt. Und Heizungs-, Wasser- oder Elektroanlagen sind in einem Hausanschlussraum im Keller bedeutend besser aufgehoben, als im Erdgeschoss, wo sie wertvolle Wohnfläche blockieren würden. Nachrüstungen oder Reparaturen sind außerdem bei der Kellerlösung weniger aufwändig und lästig als im Wohnbereich.
 
Außerdem bietet der Keller eine Ausbaureserve für später: Die Kinder möchten ihr eigenes Reich haben? Ein Gästezimmer wäre schön? Mit Keller kein Problem – der Wohnraum kann „in die Tiefe wachsen“. Ein weiterer wichtiger Punkt: Sie kommen mit einer kleineren Grundfläche aus, denn Anbauten und Nebengebäude im Garten sind unnötig. Das heißt: Sie können durch ein kleineres Grundstück Kosten sparen.
 
Damit ein Keller als Wohnraum genutzt werden kann, muss er einige Voraussetzungen erfüllen: Dazu gehört eine ausreichende Wärmedämmung, eventuell eine Hebeanlage für die häuslichen Abwässer und mindestens 2,20 Meter Höhe. Planen Sie auch die entsprechenden Heizkörper gleich mit ein. Die Investitionen lohnen sich in jedem Fall:
 
Würde man nämlich diese Räume zu ebener Erde unterbringen - also die Grundfläche des Hauses vergrößern - wären sie etwa zehnmal so teuer. Die Waage neigt sich noch weiter zugunsten eines Kellers, wenn man an den Wiederverkaufswert denkt. Am deutschen Immobilienmarkt sind Häuser ohne Keller deutlich weniger gefragt.
 
Die Vorteile zeigen sich erst recht, wenn man einmal genau nachrechnet, wie viel der Keller tatsächlich mehr kostet. Fundamente und Bodenplatte braucht man nämlich auch beim kellerlosen Haus, aber da sind sie - abhängig von den Baugrundverhältnissen - aufwändiger als beim unterkellerten Eigenheim. Reale Zusatzkosten entstehen also nur für Erdaushub, Kellerwände und Kellerdecke. Für Bauherren, die scharf kalkulieren, bietet sich ein Rohbaukeller an, bei dem Anstrich, Bodenbeläge, Zwischenwände und Elektroinstallationen nachgeholt werden, wenn wieder Geld in der Kasse ist.
 
Wenn man dann noch selbst mit Hand anlegt, lassen sich die Kosten weiter senken. Den Umfang Ihrer Eigenleistung sollten Sie aber auf jeden Fall frühzeitig mit der Baufirma abstimmen. Unter dem Strich zeigt sich also: Wer den Keller spart, spart am falschen Ende. Denn vieles lässt sich später noch nachrüsten - ein Keller nicht.
 
Es gibt unterschiedliche Kellerbau-Techniken. Sie alle gewährleisten, ordnungsgemäß ausgeführt, eine gute Qualität:
Geschalter Beton: Die Wände werden mit Hilfe von Schalungen aus Transportbeton gegossen. Die Schalungen werden nach dem Erhärten des Betons wieder abgebaut.
Fertigkeller: Er besteht aus vorgefertigten Betonelementen, die auf der Baustelle montiert werden. Eine Alternative sind so genannte Dreifachwände als Fertigteile mit Transportbetonfüllung.
 
Verfüllsysteme: Hier werden Hohlformen aus unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Faserzement oder Beton übereinander gesetzt und anschließend mit Fließbeton verfüllt.
Stein auf Stein: In der Regel werden bei dieser Bauweise die gleichen Materialien wie beim Obergeschossbau eingesetzt (s. Außenwände).
 

Kellerwände stecken tief im Boden und sind deshalb andauernd Feuchtigkeit ausgesetzt. Das A und O sind darum ausreichende Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeit, die im Mauerwerk aufsteigt oder seitlich eindringt. Werden sie sorgfältig durchgeführt, sind feuchte Wände oder Mauerwerksschäden kein Thema. Für die Abdichtung der Kellerwände haben sich vielfach Bitumen-Dickbeschichtungen bewährt, die häufig noch zusätzlich durch Spezialfolien geschützt werden. Allerdings sind Bitumen-Anstriche nicht bei allen Bodenverhältnissen geeignet. Deshalb sollten Sie im Vorfeld den Architekten zu Rate ziehen, um festzulegen, welche Keller-Abdichtung bei Ihrem Untergrund die beste ist.

 
Die Ausführung sollte in jedem Fall sehr sorgfältig vorgenommen werden. Bei sehr feuchtem Untergrund muss unter Umständen noch zusätzlich eine Drainage gelegt werden. Deshalb sollten Sie schon bei der Wahl des Grundstücks auf die Bodenbeschaffenheit achten. Steht der Keller im Grundwasser, ist eine so genannte Weiße Wanne notwendig. Das ist eine Betonkonstruktion, die Sohle und Wände des Kellers zu einem komplett abgedichteten Baukörper zusammenschließt. Ein Anstrich mit Bitumen ist dann nicht mehr erforderlich.