Die Hauswände haben vielfältige Aufgaben zu erfüllen: Sie sollen stabil sein, vor der Witterung schützen, den Lärm draußen halten, für ein angenehmes Raumklima sorgen und außerdem ansprechend aussehen. Wer auf besonders schlanke Wände setzt, gewinnt zusätzlichen Raum. Berechnungen haben ergeben, dass die „Schlankheitskur“ bei einem Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Nutzfläche bis zu 5Prozent mehr Wohnfläche erbringen kann.

 

Bauen mit Fertigteilen: Ein Kran bringt die
Wände an den richtigen Platz.
 
Sie können die Kosten dämpfen, wenn Sie die Außenwandflächen reduzieren. Das ist zum Beispiel beim Doppelhaus oder noch deutlicher beim Reihenhaus der Fall. Entscheiden Sie sich für ein frei stehendes Einfamilienhaus, sollten Sie bedenken: Je einfacher und regelmäßiger der Baukörper, desto geringer die Baukosten.
 
Geschoss- und Wandvorsprünge, Mauernischen, Erker oder winkelförmige Grundrisse vergrößern die Außenwandfläche. Dementsprechend müssen Sie tiefer in die Tasche greifen.
 

Der Name sagt es schon: Bei dieser Bauweise werden die Wände aus einzelnen Steinen gemauert. Die Palette der angebotenen Steine für das Mauerwerk ist breit und vielfältig. Der Bauherr kann wählen zwischen Ziegeln, Kalksandsteinen oder Betonsteinen, die jeweils in vielfältigen Varianten und Formaten auf dem Markt sind. Wichtig ist, dass das Mauerwerk einheitlich ist. Mischmauerwerk aus verschiedenen Steinarten führt zu Schäden. Dort wo die unterschiedlichen Materialien zusammenstoßen, kann es zu Rissen im Putz oder sogar in der Mauer kommen. Die unterschiedlichen Materialien weisen nämlich auch ein unterschiedliches Ausdehnungsverhalten auf.

 

Mauersteine haben viele Aufgaben zu erfüllen. Sie müssen große Lasten tragen, sollen sich möglichst leicht und zügig verarbeiten lassen und lange halten. Außerdem erwartet der Bauherr eine gute Wärmedämmung, und schließlich sollen auch Schall- und Brandschutz nicht zu kurz kommen. Nun gibt es keinen Stein, der alle diese Eigenschaften zugleich in höchster Qualität aufweist. Die Auswahl des geeigneten Materials und der günstigsten Formate will daher ebenso gut überlegt sein, wie die Entscheidung für eine einschalige oder zweischalige Wandkonstruktion.

 

 

Ziegel werden aus Ton und Lehm geformt und dann gebrannt. Grundsätzlich sind Vormauer- und Hintermauerziegel zu unterscheiden. Die Ziegel für die Hintermauer bieten sehr gute Wärmedämmung und guten Schallschutz und werden verputzt. Poroton-Ziegel können gesägt werden und lassen sich als Planziegel in großen Formaten sehr schnell verarbeiten. Der Vormauerziegel bzw. Klinker schützt als absolut wetterfester Fassadenstein in der zweischaligen Wandkonstruktion. Die Vielfalt an Farben, Formen und Oberflächen gibt Häusern einen individuellen Charakter.

Kalksandstein wird aus Kalk, Quarzsand und Wasser hergestellt. Er wird im Gegensatz zum Ziegel nicht gebrannt, sondern gepresst und unter Dampfdruck gehärtet. Hohe Rohdichte, gute Schall- und Wärmedämmung und gute Dampfdiffusionsfähigkeiten zeichnen ihn aus. Kalksandsteine ermöglichen eine große Maßgenauigkeit und bieten scharfkantige, plane Oberflächen. Sie eignen sich sehr gut für Sichtmauerwerk und schalldämmende Zwischen- und Trennwände.

Betonsteine bestehen aus Zement, Sand, Kalk und Wasser. Leichtbetonsteine enthalten außerdem Bims, Blähschiefer oder poröse Tonkugeln. Porenbetonsteine bekommen feingemahlenen Quarzsand zugesetzt. Sie sind mit einem Aluminiumpulver aufgeschäumt und haben viel Luft in ihrem Inneren. Beide haben eine ausgezeichnete Wärmedämmung und eine gute Tragfähigkeit. Leichtbetonsteine lassen sich wegen ihres geringen Gewichts und ihrer Sägefähigkeit schnell und leicht verarbeiten. Auf ihrer rauen Oberfläche haftet Putz besonders gut.

Eine einschalige Wand besteht aus nur einer Mauer, Schale genannt, mit einer Stärke von 30,0 bis 36,5 Zentimeter (angeboten werden auch 42,5 und 49,0 Zentimeter). Dazu kommen in der Regel Innen- und Außenputz. Verwendet man Ziegel, Kalksandsteine oder Betonsteine mit guten wärmedämmenden Eigenschaften kann man auf zusätzliches Dämmmaterial verzichten.

 
 
 

Bewährt haben sich beispielsweise einschalige Wände aus Leichtbeton oder Ziegel . Sie verfügen über so gute Isoliereigenschaften, dass sie auch ohne weitere Dämmschichten die Vorschriften der Wärmeschutzverordnung erfüllen. Bringt man trotzdem noch eine Dämmschicht auf und versieht die Außenseite zusätzlich mit einem wärmedämmenden Putz, lassen sich die Heizkosten noch stärker senken.

Eine zweischalige Wand bietet neben der guten Wärmedämmung noch einen besonders wirksamen Schutz gegen Schlagregen und andere Witterungs- und Umwelteinflüsse. Dieser Wandaufbau besteht aus einer tragenden Innenschale, einer Dämmschicht und einer Außenschale für die Verkleidung. Die Innenschale ist normalerweise 24 Zentimeter dick. Darauf aufgebracht wird die Dämmschicht. Zwischen Dämmschicht und Außenschale kann noch eine wenige Zentimeter dicke Luftschicht liegen.


Die Außenschale ist die Fassade des Hauses und zugleich seine schützende Haut. Sie wird aus Klinkern, Kalksand- oder Natursteinen gemauert, die in der Regel zwischen neun und 11,5 Zentimeter dick sind. Die Steine der Außenschale müssen mit der Innenschale fest verbunden werden.
Eine gute Wärmedämmung liefern beide Arten des Wandaufbaus. Die zweischalige Wand bietet zudem einen besonders wirksamen Wetterschutz und einen besseren Schutz gegen Verkehrslärm. Außerdem haben Sie damit viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, denn das Angebot an Klinkern oder Vormauerziegeln ist reichhaltig. Für die einschalige Wand sprechen die niedrigeren Kosten. Heutzutage gibt es strapazierfähige Außenputze, die die nötige Wind- und Regendichtheit auch bei der einschaligen Wand gewährleisten.
 

Das Systemhaus ist eine Alternative zur „Stein auf Stein“-Bauweise. Es bietet gleichfalls hohe Qualität und nutzt gleichzeitig die Vorteile einer kostengünstigen Fertigung und Verarbeitung. Bei einem Systemhaus bestehen Fundamente, Bodenplatten, Kellerwände, Decken und Treppen aus Normalbeton. Für die Außen- und Innenwände verwendet man wegen seiner guten Dämmeigenschaften vielfach Leichtbeton, Ziegel oder Kalksandstein.

 

Diese Systemhäuser weisen alle Vorteile auf, die massive Baustoffe mit sich bringen: In Sachen Stabilität, Schallschutz, Energiesparen und Raumklima haben sie sich rundum bewährt.

 

Alle Elemente des Rohbaus werden im Fertigteilwerk witterungsunabhängig vorgefertigt. Dabei arbeiten Architekt und Bauherr von Anfang an mit dem Hersteller zusammen. Der produziert sämtliche Elemente des Hauses nach ihren Vorgaben. Leitungen, Öffnungen, Aussparungen und Anschlüsse werden dort schon eingeplant. Die Fabrik liefert die Fertigteile maßgenau und trocken zur Baustelle, wo sie nur noch montiert werden müssen.

 

Ein Rohbau lässt sich so schon innerhalb einer Woche errichten. Das bedeutet: Sie sparen Geld durch die verkürzte Bauzeit und schonen Ihre Nerven, denn die typischen Verzögerungen durch mangelnde Abstimmung auf der Baustelle fallen weg. Ihren Umzugstermin können Sie fest einplanen.

 

Mitunter werden solche System-Häuser fälschlicherweise als „Fertighäuser“ bezeichnet. Doch Bauen im System hat nichts mit Fertighausbau zu tun, bei dem die tragende Konstruktion aus Holzgerüsten besteht. Wer mit Betonfertigteilen oder Ziegeln baut, bekommt ein hochwertiges Massivhaus, zugeschnitten auf seine individuellen Wünsche. Systemhäuser muss man nicht „von der Stange“ kaufen. Die Firmen bieten Varianten für die unterschiedlichsten Bedürfnisse an.

 

Auch Kombinationen aus Systembau und traditionellem Mauerwerksbau sind möglich: Beispielsweise wird der Keller aus vorgefertigten Elementen zusammengesetzt, während der Rest des Hauses dann Stein-auf-Stein entsteht. Für den Mauerwerksbau stehen Ihnen gleichfalls alle Vorteile des Betons zur Verfügung. Es gibt eine große Auswahl an Beton-Mauersteinen, die in Punkto Wärmedämmung, Stabilität und Preis-Leistungs-Verhältnis keine Wünsche offen lassen.

 
Die tragenden Innenwände eines Hauses sollten aus demselben Material bestehen wie die Außenwände. Sonst kann es zu Rissbildungen kommen.
 
Denn bei Belastung und Temperaturschwankungen reagieren die unterschiedlichen Baustoffe auf unterschiedliche Weise.
 
Anders sieht es bei den nicht tragenden Innenwänden aus. Sie erfüllen keine statische Funktion und der Bauherr hat hier freie Hand bei der Wahl der Materialien. Will man die Innenwände fest einbauen, empfehlen sich Leichtbauplattenwände aus Porenbeton oder Wände aus Leichtziegeln.
 
Da man hier wie bei den Außenwänden Wasser zum Mauern verwendet, spricht man von Nassbauweise. Solche Innenwände bieten eine gute Geräuschdämmung inklusive Wärme- und Brandschutz.
 
Eine preisgünstige Alternative sind Leichtbauwände mit Holzständergerüst. Sie werden nicht gemauert, sondern in Trockenbauweise errichtet. Solche Wände bestehen aus einem Ständergerüst, das mit Dämm-Material versehen und mit Platten aus Gipskarton oder Holzhartfaserplatten beplankt wird. Die Fugen werden anschließend mit Fugenmasse oder Gips verspachtelt und abgeschliffen. Solche Wände können Sie gut in Eigenarbeit bauen. Sie lassen sich auch später ohne allzu großen Aufwand versetzen, wenn man die Aufteilung der Räume ändern möchte.
 
Einfache Leichtbauwände sind allerdings schalldurchlässiger und weniger tragfähig. Sehr schwere Hängeschränke oder Regale benötigen unter Umständen zusätzliche Verstrebungen. Haben Sie höhere Ansprüche an den Lärmschutz oder die Stabilität, kommt auch eine Leichtbauwand mit doppeltem Ständerwerk in Frage.
 
In jedem Fall sollten Sie bei der Wahl der Innenwandkonstruktion im Auge behalten, wie Sie die Räume nutzen wollen. Dünne, geräuschdurchlässige Wände eignen sich schlecht, um beispielsweise ein Arbeitszimmer oder das Schlafzimmer abzutrennen.
 
Wichtig sind auch die Temperaturverhältnisse: An Innenwänden, die unbeheizte Räume abgrenzen, sollten dampfdichte Folien angebracht werden. Damit verhindern Sie, dass Kondenswasser in die Wand dringt.