Die Außenwände
Wände sind die Außenhaut eines Hauses. Sie sorgen für Schutz gegen Kälte, Hitze und Feuchtigkeit, und tragen zur Schalldämmung bei. Außenwände brauchen Pflege, Schäden sollten stets so schnell wie möglich und fachgerecht repariert werden.
Bis zu 78 Prozent Energiesparpotenzial durch nachträgliche Dämmung an Altbauten.
(Quelle: LBS)

Vor der Sanierung sollten Sie klären, was Sie machen möchten: Geht es um Mängelbeseitigung und Fassadenrenovierung; besseren Schutz gegen Feuchtigkeit; bessere Wärmedämmung; Schallschutz; mehr Licht? Betrachten Sie die Wand stets als Ganzes. Möchten Sie zum Beispiel Fenster mit Wärmeschutzverglasung einsetzen, verschiebt sich der Kältepunkt in der Wand von den dünneren Fenstern ins Mauerwerk. Hier kann Feuchtigkeit kondensieren und Schimmel entstehen. Besteht diese Gefahr, sollte die Wand gleich mit saniert werden. Ist Ihnen das im Moment zu aufwändig, kann es sich empfehlen, mit dem Fensteraustausch zu warten, bis Sie auch die Wand in Angriff nehmen können.
Einige Maßnahmen an Gebäudefassaden sind genehmigungspflichtig. Dies ist in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt.

Außenwände trockenlegen und isolieren

Schäden an Mauern entstehen häufig durch Feuchtigkeit und Nässe, die aus dem Erdreich in die Wände eindringen. Die Feuchtigkeit steigt hoch, so dass auch in mehr als einem Meter Höhe noch Schäden sichtbar sein können. Anzeichen für starke Wasserverdunstung und durchfeuchtete Bausubstanz sind Ausblühungen an der Wandoberfläche oder abgesprengter Putz und Steinstücke. Ältere Gebäude sind oft schlecht isoliert gegen Feuchtigkeit.

Eine Trockenlegung ist kostspielig, gehört aber, wenn sie gemacht werden muss, an den Anfang der Sanierung. Es gibt verschiedene Verfahren, die von Spezialfirmen angewandt werden. Geübte Heimwerker können vieles in Eigenregie machen, sollten aber den Arbeitsaufwand einkalkulieren (zum Beispiel, wenn Wände unterhalb des Sockels freigelegt werden müssen) und die Beurteilung von Fachleuten anfordern. Falsche Materialwahl kann Folgeschäden verursachen! Der beste Schutz wird erreicht durch eine Kombination von vertikalen und horizontalen Sperrschichten im Gemäuer.

Außen- und Innendämmung

Steigt Ihre Heizkostenrechnung von Jahr zu Jahr? Zieht es durch die Wände oder frieren Sie wegen zu dünner Mauern? Eine gute Dämmung schafft Abhilfe und sie nützt der Umwelt, schließlich wird weniger Energie verbraucht. Die Investition mag kostspielig erscheinen, doch die Kosten amortisieren sich nach einiger Zeit.

Soll bei der Modernisierung mehr als ein Fünftel der Fassade erneuert werden, beachten Sie bitte die Energieeinsparverordnung (EnEV). Die EnEV schreibt vor, wie hoch der Energieverbrauch eines Gebäu-des pro Quadratmeter sein darf und ist heutzutage bei allen größeren Modernisierungen einzuhalten. Der Energieverlust durch Außenmauern beträgt zirka 30 bis 40 Prozent. Ein Dämmstoffmantel ums Haus mindert den Verlust um 20 Prozent.

Methoden der Dämmung
Bau Fachwerkhäusern wird zum Schutz der Optik auf Innendämmung ausgewichen.
(Quelle: Wüstenrot)

Wärmedämmverbundsystem oder Vollwärmeschutz: Die Außenwand wird komplett gedämmt. Diese Arbeit ist nicht für Heimwerker zu empfehlen. Die Dämmung wird auf der Fassade montiert, ein Grundputz mit Armierung aufgebracht und mit Oberputz verkleidet. Der Putz unterscheidet sich kaum von herkömmlichen Putzflächen.

Hinterlüftete Fassade: Das dürfen sich auch Heimwerker zutrauen. Das Grundgerüst aus Kanthölzern ist am Mauerwerk befestigt, in den Zwischenräumen liegen Dämmstoffplatten. Diese werden mit Baupapier abgedeckt, so ist der Wasserdampfdurchgang von innen noch möglich. Der Dämmstoff wird von einer Verkleidung geschützt, je nach Bebauung oder Region kann diese aus Schiefer, Zementplatten, Holzschindeln oder Klinkerverblendungen bestehen. Ein Luftspalt zwischen Verkleidung und Dämmung lässt eindringende Feuchtigkeit abtrocknen. Auch Schüttdämmstoffe können eingesetzt werden.


Fassadensanierung

Anstrichschäden
Sie entstehen meist durch Witterungseinflüsse oder falschen Aufbau und können Feuchtigkeit in Putz und Mauerwerk durchlassen. Oft reichen Ausbesserungen statt neu zu verputzen, um Schäden zu beheben. Grundsätzlich muss der Untergrund für einen Anstrich behandelt werden, um tragfähig zu sein.

Abgeplatzte Anstriche gehen meist auf Feuchtigkeit zurück. Zeigen sich Blasen auf dem Anstrich, ist die Farbbeschichtung möglicherweise zu dicht und Wasserdampf kann nicht schnell genug nach außen dringen. Schuld können dampfbremsende Putze oder Anstriche sein, die durch durchlässigere Aufträge ersetzt werden sollten.

Salzausblühungen Salzausblühungen werden von Mauersalzen verursacht, die Putz oder Anstriche absprengen können. In solchen Fällen muss man den Putz abklopfen und die Mörtelfugen auskratzen. Anschließend wird die Mauer mit Sanierputzen, die mit ihrem hohen Luftporenanteil die Salze aufnehmen, senkrecht abgedichtet. Ein diffusionsoffener Anstrich verhindert ein erneutes Feuchtwerden.

Putzschäden

Außenputze halten 20 bis 30 Jahre, dann können sie porös und rissig werden. Um Putzschäden zu beheben, entfernen Sie alle lockeren Putzteile und behandeln Sie die Stellen entweder mit Putzhärter oder Spachtelmasse. Dringt im Fenster- und Türenbereich Feuchtigkeit in den Putz, entfernen Sie mürbes Material und dichten Sie Fugen und Bleche ab.

Zeigen sich großflächige Putzschäden an der Wand, sollten Sie versuchen, den Originalputz für die Reparatur zu verwenden. Der Putzuntergrund muss gegebenenfalls, etwa bei Porenbeton, vorgenässt oder mit einem Haftanstrich versehen werden. Putz, außer Gipsputz, wird in mehreren Schichten aufgetragen. Sehr glatte Untergründe erfordern einen Spritzbewurf, dann folgt der Unterputz, und schließlich der Oberputz, dessen Struktur sichtbar bleibt. Lassen Sie sich im Zweifelsfall beraten, welche Putzart für die Wand geeignet ist.

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