Energie sparen
Allein durch die Anschaffung eines neuen Heizkessels lassen 30 Prozent Energie sparen.
(Quelle: Wolf-Heiztechnik)

Den Kernpunkt der Sanierung oder des Umbaus Ihres alten Hauses sollten energiesparende Maßnahmen bilden. Tipps zu den einzelnen Hausbereichen konnten Sie auch in den vorangegangenen Kapiteln dieses Ratgebers schon lesen. Ob es sich um die Fassade, die Außen- und Innenwände handelt, ob es um Keller, Dach, Fenster und Türen geht oder wie Sie Ihr Haus beheizen: Ziel sollte ein möglichst geringer Primärenergieverbrauch sein. Lassen Sie keine Energie sinnlos verpuffen. Versuchen Sie, die Potentiale für Ihr Haus auszuschöpfen. Natürlich kostet modernste Technik Geld. Experten rechnen aber aus, dass sich die Ausgaben beispielsweise für einen verbrauchsarmen Brennwertkessel bereits nach wenigen Jahren auszahlen. Denn alte Heizungsanlagen sind regelrechte Energiefresser. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Maßnahmen vom Staat durch Förderprogramme unterstützt werden. Gründliche Überlegung und rechtzeitige Planung sind die wichtigen Voraussetzungen, um Ihr Haus umzurüsten. Selbst die Kosten für eine Außendämmung halten sich im Rahmen, wenn Sie ohnehin vorhaben, die Fassade neu zu verputzen. Das Gerüst, das Sie für beide Arbeiten benötigen, wird so nur einmal bezahlt. Abgesehen von den Kosten kommen niedriger Verbrauch und die Verwendung erneuerbarer Energien auch dem Umweltschutz zugute und sie schonen die Energieressourcen.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Bestimmte energetische Mindeststandards schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, die seit dem 1. Februar 2002 an die Stelle der Wärmeschutzverordnung getreten ist. Die neue Verordnung sieht der alten gegenüber noch einmal eine Reduzierung um 25 Prozent des Energiebedarfs von Gebäuden vor. Sie ist Teil der Maßnahmen der Bundesregierung, bis 2010 den CO2-Ausstoß um 25 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu verringern.

Erneuerbare Energie
Photovoltaische Anlagen können zinsgünstig mit der KfW Förderbank finanziert werden.
(Quelle: Sun Technics)

Wenn Sie zusätzlich Solar- oder andere erneuerbare Energien nutzen, z.B. Biomasse (zu den erneuerbaren Energieträgern aus Biomasse zählen u.a. Brennholz, Holzhackschnitzel und Bioethanol) sinkt der Bedarf an Öl und Gas noch einmal beträchtlich. Völlig unabhängig machen Sie sich von den fossilen Brennstoffen, wenn Sie ganz auf die erneuerbaren Energien setzen. Sie erhalten vom Staat Zuschüsse für Solarkollektoren, Pelletkessel (Pellets: Kügelchen aus Holz, Stroh oder Abfällen von Getreidemühlen) und andere alternative Energien.

Die Initiative Solarwärme Plus informiert Sie auf ihrer Internetseite umfassend und leicht verständlich. Sie erhalten dort alle wichtigen Informationen zur Solarwärme. Auch Unterlagen zur staatlichen Förderung und Adressen von Handwerksbetrieben in Ihrer Region stellt man Ihnen zur Verfügung. Auch telefonisch können Sie sich Rat holen und die Unterlagen anfordern – für 6 Cent pro Gespräch unter der Nummer: 0 18 02 - 00 08 70.

Energieausweis

Welche Einsparmöglichkeiten eine gute Heizung bietet, wurde im Kapitel Haustechnik schon erwähnt. Die Heizkosten bilden den größten Anteil der Betriebskosten in privaten Haushalten. Ein Drittel des gesamten Primärenergiebedarfs in Deutschland fließt in die Heizung und die Warmwasserbereitung. Für moderne Haushaltsgeräte und Autos ist der Energieverbrauch bekannt, oft genug wirkt er kaufentscheidend. Der Energieverbrauch von Häusern jedoch lag bisher erstaunlicherweise im Dunkeln.

Die Infrarot-Kamera macht deutlich, wo die Schwachstellen (rot) in der Dämmung liegen.
(Quelle: Ing.Büro Andreas+Brück)

Das ändert sich nun: Die EU schreibt inzwischen für alle Mitgliedsstaaten einen Energieausweis für Gebäude vor, aus dem der Energiebedarf hervorgeht. Für Neubauten ist ein solcher Pass in Deutschland schon Pflicht. Für Altbauten sollte er eigentlich Anfang 2006 eingeführt werden. Das hat sich durch die Neuwahl zum Bundestag verschoben. Wer nach der endgültigen Einführung des Energieausweises eine Immobilie verkaufen oder vermieten möchte, muss einen entsprechenden Ausweis vorlegen. Das Dokument ermöglicht dem Käufer einen Vergleich sowie eine Beurteilung der Energieeffizienz des Gebäudes und liefert Empfehlungen für Verbesserungsmaßnahmen.



Niedrigenergiehaus

Auch „Energieschleudern” aus früheren Jahrzehnten können zu Niedrigenergiehäusern umgerüstet werden, die bis zu 80 Prozent weniger Energie verbrauchen. Ein Check mit Infrarotkamera zeigt, wo das Haus Wärme verliert. In der Regel sind mehrere Maßnahmen nötig, die ineinander greifen: die Erneuerung der Heizungsanlage, möglicherweise auch die Umstellung auf anderes Heizmaterial, die Dämmung der Außenwände, des Daches, der Kellerdecke und der Austausch der Fenster.

Nach Abschluss der Modernisierung sollten Sie überprüfen, ob das Gebäude auch wirklich „dicht hält”. Dafür eignet sich ein Luftdichtheitstest („Blower-Door-Test”). Dabei erzeugt ein Ventilator im Haus einen leichten Überdruck. Messgeräte registrieren, wieviel Luft durch Lecks nach außen dringt. Da der Begriff „Niedrigenergiehaus” nicht geschützt ist, sollten Sie sichergehen, dass Sie auch tatsächlich eines bekommen. Sie können sich beispielsweise an die „Gütegemeinschaft Niedrigenergie-Häuser e.V.” wenden. Sie verlangt, dass ein Niedrigenergiehaus die Bestimmungen der EnEV um mindestens 30 Prozent unterbietet (Kriterien im Einzelnen unter www.guetezeichenneh.de). Die Prüfer der Gemeinschaft begutachten Planung und Bauausführung und verleihen ein Gütesiegel.

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