Der Immobilienkauf
Wenn Sie in ein denkmalgeschütztes Haus investieren, genießen Sie steuerliche Vorteile
(Quelle: MEV)
Eines gilt für den Kauf einer Altbauwohnung genauso wie für den Neubau eines Eigenheims: Die Lage der Immobilie ist entscheidend, denn sie lässt sich hinterher nicht mehr verändern und macht einen beträchtlichen Teil des Werts aus.

Deshalb sollten Sie und Ihre Familie sich vorher über Ihre Wünsche klar werden. Wollen wir auf dem Lande leben oder in der Stadt? Welche Infrastruktur brauchen wir? Welche Fahrtkosten fallen an? Bevor man sich nämlich in das traumhaft schöne, aber einsame Bauernhaus verliebt, ist eine nüchterne Rechnung angebracht. Gerade in abgelegenen Landstrichen fehlt es oft an ausreichenden Bahn- oder Busverbindungen. Dann ist eventuell ein Zweitwagen fällig. Der schlägt mit mehreren tausend Euro im Jahr zu Buche. Das sind dauerhafte Ausgaben, die man zum Kaufpreis hinzurechnen muss.

Das Wohnumfeld muss stimmen, damit Sie sich in Ihrem neuen Heim wirklich wohl fühlen können. Vor dem Kauf des Hauses sollte man sich also in der Nachbarschaft umschauen. So vermeidet man unschöne Überraschungen. Befinden sich Gewerbegebiete, Hauptverkehrsstraßen oder Bahngleise in der Nähe? Dann sollten Sie werktags zu unterschiedlichen Tageszeiten prüfen, wie stark die Belastung durch Verkehr oder Industrieanlagen tatsächlich ist.

Wichtig, wenn Sie eine Wohnung kaufen wollen: In welchem Zustand befindet sich das Haus insgesamt? Sind Fassade und Eingangsbereich, Treppenhaus und Wohnungstüren gut in Schuss? Welchen Eindruck macht die Hausgemeinschaft? Die Freude an der schönsten Altbauwohnung wird schnell getrübt, wenn die anderen Eigentümer kein Interesse an der Werterhaltung des gemeinschaftlichen Hauseigentums haben, oder wenn es Dauerstreit mit der Nachbarschaft gibt. Viel hängt auch am Engagement der Hausverwaltung. Meistens geschieht sie durch professionelle Firmen. Erkundigen Sie sich, wer in Ihrem Fall zuständig wäre und wie die Aufgaben bis jetzt erledigt wurden.

Wem eine gute Infrastruktur in der Umgebung wichtig ist, der sollte prüfen:

Der Kaufvertrag
Wichtig vor der Unterschrift: Angebote vergleichen und Verträge sorgfältig lesen
(Quelle: VBT)

Jeder Immobilienkauf muss vom Notar beurkundet werden. Er ist der unparteiische Mittler zwischen Käufer und Verkäufer und wird auch von beiden bezahlt. Als unparteiischer Mittler vertritt er nicht die Interessen des Käufers. Käufer sollten den Vertrag daher auch von einem Rechtsanwalt gegenprüfen lassen. Die Kosten für den Kaufvertrag und die Grundbucheintragung liegen bei ca. 1,5 Prozent der Kaufsumme. Sie lassen sich aber nicht umgehen, denn auch schriftliche Vereinbarungen haben ohne notarielle Unterschrift keine rechtliche Geltung. Trotzdem kann es sinnvoll sein, mit dem Verkäufer einen so genannten Vorvertrag abzuschließen. Dann hat man die Kaufbedingungen schon einmal schwarz auf weiß und kann sie noch einmal in Ruhe Punkt für Punkt durchgehen.

Bevor Sie sich mit dem Verkäufer zur Vertragsunterzeichnung treffen, sollten Sie sich vom Notar einen Entwurf des vorgesehenen Vertrages geben lassen und ihn genau mit dem Vorvertrag vergleichen. Mit der Notargebühr erwirbt man auch das Recht auf eine kostenlose Beratung. Wenn es also Unklarheiten gibt, sollten Sie den Notar vor der Vertragsunterzeichnung auf jeden Fall um eine Unterredung bitten. Ist der Vertrag nämlich erst einmal unterschrieben, ist es für Änderungswünsche zu spät.

Der Bausachverständige hilft

Wer keine Experten im Verwandten- oder Freundeskreis hat und trotzdem sichergehen will, kann einen Sachverständigen einschalten. Im Internet und in den Medien hat sich dafür inzwischen auch der Begriff „Hausinspektor” verbreitet. Das sind Architekten oder Bauingenieure, die die Immobilie auf Herz und Nieren prüfen und den Instandsetzungsbedarf benennen. Oft können Sie aufgrund ihrer Erfahrungen auch einschätzen, ob ein Preis in etwa stimmt. Wollen Kaufinteressenten es genau wissen, sollten sie von einem Wertermittlungsgutachter den Preis begutachten lassen und sich Vergleichspreise nennen lassen oder selbst ein Wertgutachten in Auftrag geben. Dabei kann es sich um ein offizielles Verkehrswertgutachten handeln, das umfangreichere Untersuchungen voraussetzt (s. Kasten). Viele Sachverständige liefern statt dessen eine weniger aufwändige und dafür kostengünstigere Stellungnahme zum Marktpreis der Immobilie. Sachkundig ausgeführt, kann auch sie als Entscheidungshilfe durchaus reichen. Mit einer Haus-Inspektion muss der Verkäufer natürlich einverstanden sein. Da ein solcher Check Sie mindestens einige hundert Euro kostet, sollte das entsprechende Haus schon ein echter Kauf-Kandidat sein. Vielleicht können Sie mit dem Verkäufer auch eine Teilung der Kosten vereinbaren.

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