Bei einem Rundgang durch das Haus möglichst in Begleitung eines Experten können Sie Ihre Immobilie einem gründlichen Check unterziehen: So verschaffen Sie sich vom Keller bis zum Dach einen ersten Überblick über das, was zu erledigen ist. Sie können dann in Ruhe überlegen, was Sie gleich in Angriff nehmen wollen oder müssen und was Sie erst einmal auf später verschieben können. Wenn das Haus in die engere Wahl gekommen ist, sollten Sie möglichst noch eine zweite Besichtigung anschließen, um sich ein endgültiges Urteil zu bilden. Spätestens jetzt sollten Sie jemanden mitnehmen, der vom Fach ist, um Mängel aufzudecken und den Modernisierungs- und Umbaubedarf zu ermitteln.
Eine Gewährleistung für später entdeckte Schäden gibt es nämlich in der Regel nicht (abgesehen von arglistig verschwiegenen Mängeln) es wird gekauft wie gesehen. Gleichwohl können Bausachverständige nur die Mängel und Schäden erkennen, die sie auch sehen können. Hinter Tapeten oder unter Putz liegende Schäden oder z.B. verfaulte Holzbalkenköpfe unter dem Dielenfußboden bleiben verborgen. Baufachleute können dann auch nicht dafür haftbar gemacht werden.
In den eigenen Wänden soll man sich wohlfühlen. Das gilt auch für die Gestaltung. Wenn Ihnen die Tapeten, der Anstrich oder der Putz missfallen, sollten Sie nicht allzu lange mit der Renovierung warten. Sonst wird schlechte Laune zum Dauerbegleiter. Aber nicht nur optische Mängel spielen eine Rolle:
In vielen Altbauten sind Feuchtigkeit und Schimmel ein Problem: Rücken Sie die Möbel ab und schauen Sie auch in verborgenen Ecken nach. Die Ursache können wasserdampfdurchlässige Wände sein, die kühle Räume wie beispielsweise das Schlafzimmer von Räumen wie Küche oder Bad abtrennen, wo es häufig warm und feucht ist. Gefährdet sind auch Wände in der Umgebung von Waschbecken, Wannen oder Duschen, die nicht gegen Spritzwasser geschützt sind.
Die meisten Altbauten haben Fenster und Türen aus PVC, ältere Jahrgänge meist aus Holz. Der Holzanstrich ist besonders auf der Wetterseite stark beansprucht. Sie sollten ihn regelmäßig kontrollieren und rechtzeitig erneuern, weil sonst das Holz zerstört wird. Achtung: Bei vielen Altbauten gehören Tür- und Fensterstöcke zu den tragenden Teilen und dürfen nicht einfach entfernt werden.
Bei den Sanitärinstallationen sollten Sie zunächst überprüfen, aus welchem Material die Rohre sind. Wenn sie noch aus Blei sind, ist ein Austausch angesagt. Achten Sie auch auf Rostflecken und Durchfeuchtungen im Bereich Wasser führender Rohre, sie können auf Risse oder undichte Flansche hindeuten. Wenn der Wasserdruck in den oberen Stockwerken spürbar absinkt, könnten verstopfte oder verkalkte Steigleitungen schuld daran sein. Prüfen Sie auch, ob die Zahl der vorhandenen Warmwasseranschlüsse für Sie und Ihre Familie ausreicht.
Was Sie über die Instandsetzung hinaus in Ihr Heim investieren wollen, hängt allein von Ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten ab. Und natürlich von Ihrer Motivation. Wichtig ist vor allem eine umfassende Planung, in der sowohl die Instandsetzungsmaßnahmen als auch die gewünschten Modernisierungen ermittelt, von den Kosten her erfasst und geplant werden. Stellen Sie einen Stufenplan auf, welche Arbeiten dringend zu machen sind und welche erst in zwei Jahren angegangen werden können oder sollen und welche Vorarbeiten dafür jetzt schon durchgeführt werden müssen. Aber vielleicht möchten Sie nun „Nägel mit Köpfen” machen und alles in einem Zug erledigen. In jedem Fall sollten Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie an einem Strang ziehen. Sonst können Baustellen im Haus schnell zum Dauerstress werden.